Der vordere Teil des Gebäudes Westerstraße 96 wird auf Ende
13. / frühes14.Jahrhundert datiert. Das Haupthaus ist ein Giebelhaus, dessen Bausubstanz hauptsächlich
dem frühen 17. Jahrhundert zugeordnet werden kann.
Das
Gebäude wurde ca. 1877 erstmals als Bäckerei genutzt und erst
Anfang der 80 Jahre des 20. Jahrhunderts als Kneipe und Bistro
genutzt. 1998 wurde der Keller restauriert um dort ein stilvolles
Kellerlokal einrichten zu können.

Der
Balkenkeller hat neun Gefache mit eichenden Balken. Bauspuren an
den Balken, die aus der heutigen Sicht nicht sinnvoll erscheinen,
weisen darauf hin, das die Balkendecke zum Teil aus
zweitverwendetem Holz errichtet worden ist.
Im frühen 17. Jahrhundert wurde das Haus völlig umgestaltet, und
es entstand der Kern des heutigen eingeschossigen Giebelhauses. Zu dieser Zeit entstand auch der Balkenkeller.

Der
nicht öffentliche Gewölbekeller hat ein kuppelartiges,
rechteckiges, halbsteindickes Gewölbe mit Gurten. Es ist in vier
Feldern gemauert, deren Mauerschichten fischgrätenartig
aufeinander stoßen.
Der vordere Teil des Kellers an der Westerstraße hat ein
einjochiges Gewölbe.
Der Gewölbekeller mit seiner sehr dicken Nordmauer an der
Marktseite ist relativ alt und könnte aus dem 14.Jahrhundert
datieren. Wegen der dicken Mauern kann angenommen werden, das hier
ein wichtiges, womöglich auch mehr oder weniger
verteidigungswürdiges Haus gestanden hat.
Möglicherweise ist ein Teil dieses Keller und das dazu gehörige
Haus (wie das Rathaus) auch im 16.Jahrhundert zerstört worden.
Der Rest
der Kellers ist als Balkenkeller (Eichenholz-Balken) mit neuen
Gefachen ausgeführt.
Quelle:
Keller in Norden
Kellerkataster
Groningen, 1999
F. van der Waard
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